Die gesellschaftliche und soziale Verantwortung von Unternehmen ist längst
nicht mehr nur eine Frage von Sponsoring oder Spendenaktionen, die Unternehmen
vielleicht machen oder vielleicht auch nicht.
Wir reden hier von einem gesellschaftspolitischen Thema, dass als Reaktion
auf Globalisierung und Produktionsverlagerungen die Rückbesinnung auf
jene Werte des Unternehmertums und der Gesellschaft, in der diese Unternehmen
tätig sind, in den Vordergrund stellt.
Diese Werte für die Gesellschaft sind für jedes Unternehmen wichtig,
denn wenn es sich gegen die Werte verhält, wird es mittel- und langfristig
die „licence to operate“ - die Rechtfertigung für die ökonomische
Tätigkeit - verlieren.
Als dieser Terminus vor etwa zwei Jahren in Zusammenhang mit der von uns
geleiteten Erarbeitung eines entsprechenden Kodex in Österreich schlagartig
an Bedeutung gewann, hielten es viele für einen der zahlreichen angloamerikanischen
Modetrends in der Unternehmensführung wie Shareholder-Value-Management
oder Management-by-Objectives.
Hinter Corporate Governance steckt die grundlegende Frage, wie Unternehmen
in ihren Investoren und Aktionären Vertrauen für ihre Strategien,
ihr Management und ihre Aufsicht schaffen können.
In einer sich globalisierenden Wirtschaft, die auch im Wettbewerb um (internationales)
Kapital steht, kann die überzeugende Vermittlung dieses Vertrauens zum
wichtigen Wettbewerbsvorteil werden.
Vielleicht war oder ist also der Begriff Corporate Governance neu, doch die
dahinter verborgene Problematik ist es mit Sicherheit nicht.